Ein überraschend starker Geschäftsverlauf bescherte Endress+Hauser 2011 neue Bestmarken bei Umsatz, Beschäftigung und Gewinn. Im laufenden Jahr erwartet die Firmengruppe solides Wachstum.

Klaus Endress, Chief Executive Officer (CEO) der Endress+Hauser Gruppe

Der Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. 9.414 Beschäftigte zählte die Firmengruppe Ende 2011, 820 mehr als vor Jahresfrist. 474 dieser Stellen wurden in Europa geschaffen. Das Betriebsergebnis stieg um 32 Prozent auf 247 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern erreichte 177 Millionen Euro (plus 40 Prozent). 

Firmenchef Klaus Endress machte bei der Präsentation der Bilanz in Basel kein Geheimnis daraus, dass er eine so gute Entwicklung nicht erwartet hatte. Die Staatsschuldenkrise in Europa und die Währungsturbulenzen, aber auch die Naturkatastrophen in Asien mit Engpässen bei elektronischen Bauteilen hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert.

Solide Finanzen ermöglichen Expansion

Endress+Hauser steht finanziell auf festen Füßen. Die Eigenkapitalquote erreicht inzwischen fast 70 Prozent. Flüssigen Mitteln von 443 Millionen Euro stehen gerade einmal 40 Millionen Euro Bankschulden gegenüber.

 

Nach zwei Jahren der Zurückhaltung steigerte die Firmengruppe die Investitionen um 49 Pro­zent auf 85 Millionen Euro. Vor allem Produktionsstätten wurden ausgebaut, so in Maulburg, Gerlingen und Waldheim (Deutschland), Greenwood (Indiana, USA) und Cernay (Frankreich). Die gute Kapitalausstattung ermöglichte zwei Zukäufe. So erwarb Endress+Hauser Beteiligungen an Finesse Solutions ­– das US-Unternehmen ist in der Bioprozesstechnik tätig – sowie am deutschen Ingenieurbüro Systemplan, das Unternehmen in Fragen der Energieeffizienz berät.

 

Zuversicht trotz Unsicherheiten

Für 2012 hat sich Endress+Hauser 11 Prozent Umsatzwachstum zum Ziel gesetzt. Derzeit liege man noch etwas unter Budget, berichtete Klaus Endress. „Aber unsere Zahlen sind solide. Von Rezession oder gar Krise kann keine Rede sein." Allerdings bestünden weiterhin große Unsicherheiten, etwa durch die Schuldenkrise und die Spannungen in der Eurozone.

 

140 Millionen Euro will das Unternehmen im laufenden Jahr investieren, vor allem in Produktionsanlagen. So entsteht in Brasilien eine neue Fertigungsstätte für Durchfluss-, Füllstand- und Druckmesstechnik. Weltweit sollen rund 700 Stellen geschaffen werden: Zum Jahresende dürfte Endress+Hauser mehr als 10.000 Menschen beschäftigen.