Die vierte Reinigungsstufe im Betrieb
Zuverlässige Eliminierung von Mikroschadstoffen auf der Kläranlage Laichingen
Mit der Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) rückt die vierte Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen zunehmend in den Fokus kommunaler Kläranlagen. Während viele Betreiber vor der Herausforderung der Nachrüstung stehen, ist die vierte Reinigungsstufe auf der Kläranlage Laichingen bereits seit 2015 fester Bestandteil des Anlagenbetriebs. Die langjährigen Betriebserfahrungen zeigen: Eine dauerhaft hohe Reinigungsleistung entsteht durch das Zusammenspiel aus geeigneter Verfahrenstechnik, betrieblicher Erfahrung und kontinuierlicher Messtechnik.
Das Ergebnis
Stabile Messwerte zur Überwachung der Spurenstoffelimination
Frühzeitige Erkennung von Prozessveränderungen erlauben gezielte Gegenmaßnahmen
Möglichkeit, Dosierungen anzupassen, Kontaktzeiten zu optimieren und Feststoffabtrennung zu stabilisieren
Die Herausforderung
Da sich in unmittelbarer Nähe der Kläranlage Laichingen kein oberirdisches Fließgewässer befindet, wird das gereinigte Abwasser über Speicher- und Sickerbecken in das Karstgestein der Schwäbischen Alb eingeleitet und gelangt somit rasch ins Grundwasser. Aufgrund dessen Bedeutung für die Trinkwassergewinnung bestand frühzeitig ein erhöhter Schutzbedarf. Vor diesem Hintergrund ging die Anlage bereits 2015 – und damit deutlich früher als heute regulatorisch gefordert – mit einer vierten Reinigungsstufe zur gezielten Spurenstoffelimination in Betrieb.
Schwankende Zulaufqualitäten, variierende Frachten und unterschiedliche Abbaukinetiken stellen hohe Anforderungen an die Prozessführung. Im Vergleich zu den vorgelagerten Reinigungsstufen ist für die vierte Reinigungsstufe eine deutlich feinere Steuerung notwendig.
Unsere Lösung
In Laichingen kommt das Ulmer Verfahren auf Basis von Pulveraktivkohle zum Einsatz. Nach der biologischen Reinigung wird das Abwasser in einer dreistufigen Kontaktreaktorkaskade adsorptive behandelt. Zwei parallel betriebene Sedimentationsbecken schließen sich an. Die teilbeladene Pulveraktivkohle wird als Überschusskohle ausgeschleust und in das Denitrifikationsbecken zurückgeführt. Die abschließende Abtrennung von Feststoffen und verbliebener Aktivkohle erfolgt über Tuchfilter.
Um den Betrieb dieser Prozessstufe transparent und stabil zu gestalten, spielt die Messtechnik von Endress+Hauser eine zentrale Rolle. Relevante Standardparameter werden kontinuierlich erfasst und ermöglichen eine laufende Bewertung der einzelnen Prozessschritte. Sensoren mit Memosens‑Technologie in Verbindung mit der Liquiline‑Plattform liefern dabei robuste und langfristig stabile Messwerte.
Insbesondere die Delta‑SAK‑Messung im Zu- und Ablauf der vierten Reinigungsstufe macht die Eliminationsleistung im laufenden Prozess sichtbar. Die gewonnenen Messdaten ermöglichen es, Prozessveränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern – etwa durch die Anpassung von Dosierungen, die Optimierung von Kontaktzeiten oder die Stabilisierung der Feststoffabtrennung. So wird die geforderte Reduktion von Mikroschadstoffen von über 80 Prozent dauerhaft sichergestellt.
Liquiline-Plattform und Memosens 2.0 Sensortechnologie
Die digitale Memosens‑Technologie ermöglicht robuste Echtzeitmessungen relevanter
Prozessparameter. Über die Analyseplattform Liquiline werden alle Sensoren zentral
angebunden – für einfache Bedienung, hohe Prozesssicherheit und langfristige
Anlagenverfügbarkeit.
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