„Ich bin heute hier, um meine Kollegen und Kolleginnen von anderen Standorten kennenzulernen und Einblicke in deren Arbeit zu bekommen“, sagt Tobias Martin. Der 20-Jährige sitzt in der Messe Basel, in der Hand eine frische Pinsa. Draußen bimmeln Trams Passanten aus dem Weg, drinnen wird der angehende Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik von Endress+Hauser Temperature+System Products beim Mittagessen von einem Stimmengewirr aus Deutsch, Schweizerdeutsch, Französisch und Englisch umgeben.
Keine 24 Stunden zuvor ist in der Halle das Endress+Hauser Global Forum 2026 mit 1.200 Kunden und Kundinnen zu Ende gegangen. An diesem Tag gehört sie nun beim Format Networking Young Generation ganz der nächsten Generation des Unternehmens. Mehr als 520 duale Auszubildende, Studierende sowie Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen aus aller Welt lauschen Vorträgen, diskutieren in Workshops und schlendern durch eine Ausstellung mit Endress+Hauser Messtechnik. Diese wird eingesetzt, um Getränke herzustellen, Energie zu erzeugen oder Medikamente zu produzieren. Dadurch prägt die Technologie den Alltag von Milliarden Menschen. Wer im Unternehmen arbeitet, kann also viel für andere bewegen.
Umgekehrt investiert auch Endress+Hauser stark in Menschen. „Mein Großvater, der Firmengründer Georg H. Endress, hat immer gesagt, dass Bildung das einzige ist, was man einem Menschen nicht wegnehmen kann. Deshalb hatte sie für ihn einen hohen Stellenwert“, erklärt Sandra Genge auf der Bühne. Diesen Stellenwert will das Unternehmen weiter stärken: Endress+Hauser strebt eine Ausbildungsquote von fünf Prozent an. Seit 2021 sind die Ausbildungszahlen über 40 Prozent gewachsen. „Als Familienunternehmen, das in Generationen denkt, ist Bildung für uns keine Aufgabe, sondern eine Investition in die Zukunft der Menschen und des Unternehmens“, bekräftigt die stellvertretende Vorsitzende des Familienrates.
Thomas Frank berichtete über seinen Werdegang bei Endress+Hauser, der ihn vom Auszubildenden zum Managing Director führte.
Vielfältige Perspektiven
Doch wie können junge Menschen nach der Ausbildung bei Endress+Hauser ihr Potenzial entfalten? Sich entwickeln und wachsen? Zu diesen Fragen soll ‚Networking Young Generation‘ Impulse geben. „Das Format ist für junge Talente ein Ort des Austauschs und der Reflexion darüber, wohin der eigene Weg führen könnte“, sagt Jens Kröger, Leiter der Abteilung für globale duale Bildung. Endress+Hauser bietet viele Möglichkeiten. In ein anderes Land gehen, von der Produktion in den Vertrieb wechseln oder umgekehrt – wenn’s passt, kein Problem. Und Karrieren sind auch ohne Hochschulabschluss möglich, wie das Beispiel von Thomas Frank zeigt: 1995 Ausbildung zum Elektroniker, heute Geschäftsführer von Endress+Hauser International. „Von meinen 13 Mitauszubildenden damals arbeiten heute noch neun im Unternehmen, über die ganze Welt verteilt“, erzählt er.
In den Workshops wird offen gesprochen. Darüber, was berufliche Entscheidungen eigentlich beeinflusst und wie man die richtigen trifft. Weshalb es sinnvoll ist, auch mal die Komfortzone zu verlassen, und was beim Wechsel ins Ausland zu beachten ist. Es gibt Tipps für Bewerbungsgespräche und es geht um Fragen, die Auszubildende nach ihrem Abschluss bewegen: Wie werde ich gut vom Team aufgenommen? Wie kann ich mein Fachwissen einbringen und umsetzen?
Sandra Genge (links) und Tifaine Endress, zwei Enkelinnen des Firmengründers, sprachen auf der Bühne über den hohen Stellenwert von Bildung bei Endress+Hauser.
Persönliche Einblicke
Mitarbeitende von Endress+Hauser zeigen ihre Lebenslinien, welche Chancen sie ergriffen haben und wie sie mit Rückschlägen umgegangen sind. Young Professionals verraten sich gegenseitig, was hinter ihren Jobtiteln steckt. Daniel Simeonov etwa arbeitet als Projektingenieur bei Endress+Hauser Level+Pressure in Yamanashi, Japan. „Weil ich von weit weg komme, bin schon eine ganze Woche in der Region, um mein Netzwerk mit den Kollegen und Kolleginnen am Stammsitz in Maulburg auszubauen, aber auch um mehr über das Thema Durchflussmesstechnik zu erfahren“, sagt er.
Der Tag soll nicht den Plan für die Zukunft liefern. „Viele aus meiner Generation glauben, dass sie jetzt schon wissen müssen, wo sie in zehn Jahren stehen wollen. Doch unsere Welt ist stark im Wandel. Neue Technologien entstehen, neue Berufe, neue Möglichkeiten. Und deshalb glaube ich: Wichtig ist, offen zu bleiben, neugierig zu bleiben und bereit zu sein, zu lernen und sich weiterzubilden – wir müssen nicht von Anfang an alle Antworten haben. Und manchmal entdeckt man seinen Weg erst, wenn man ihn geht“, erklärt Tifaine Endress, eine weitere junge Enkelin des Firmengründers. Später wird deshalb noch der Aurora-Award verliehen. Nicht an die Besten, sondern jene, die jüngst Verantwortung übernommen, sich stark entwickelt haben.
„Ich werde mit viel mehr Wissen nach Japan zurückkehren und es weitergeben“, ist Daniel Simeonov am Ende des Tages überzeugt. Beeindruckt habe ihn das Engagement und die Nahbarkeit der Gründerfamilie sowie des Executive Boards – unter anderem waren CEO Peter Selders und Chief Human Resources Officer Helena Svensson vor Ort. Auch Tobias Martin nimmt einiges vom Networking Young Generation-Event mit: „Die Einblicke heute waren sehr inspirierend. Sie haben mich in meiner Entscheidung bestätigt, hier bei Endress+Hauser ein Studium begonnen zu haben – auch mit Blick auf die Zukunft.“