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Fünf wegweisende Videointerviews 

Wir leben in einer Zeit voller Krisen und rasanter Veränderungen. Wie können Unternehmen bestehen, welche Chancen tun sich auf? Fünf Vordenkerinnen und Vordenker haben in den Inspiring Sessions auf dem Endress+Hauser Global Forum 2026 ihre Ideen und Analysen geteilt. 

07.05.2026 Text: Kirsten Wörnle
Die Kerngedanken aus den Inspiring Sessions von 2026.

Weltweit verändern sich Wirtschafts- und Arbeitswelten. Auch die Prozessindustrie steht in einem tiefgreifenden Wandel. Technologiesprünge, demografische Verschiebungen und der Klimawandel sind nur einige der Treiber, mit denen Entscheidungsträger umgehen müssen. „Entweder wir verändern uns, oder die Veränderung trifft uns“, sagt der britische Zukunftsforscher Nikolas Badminton. Er war einer von fünf namhaften Vordenkerinnen und Vordenkern, die auf dem Global Forum 2026 von Endress+Hauser in Basel auf der Bühne standen. In so genannten Inspiring Sessions boten sie Impulse und Strategien, wie Unternehmen Umbrüche meistern oder sogar für sich nutzen können. Nach ihren Auftritten standen sie für Interviews zur Verfügung.  

Die Kerngedanken aus den Inspiring Sessions von 2026 – und die fünf Rednerinnen und Redner im Videointerview: 

Goutam Challagalla, Professor für Strategie und Marketing an der IMD Business School

Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Nachhaltige Produkte können äußert erfolgreich sein, sagt Goutam Challagalla, Professor für Strategie und Marketing an der IMD Business School. Nämlich dann, wenn das nachhaltige Produkt auch für klassischen Kundennutzen sorgt, beispielsweise mehr Leistung bringt oder günstiger wird, weil es der materialsparend hergestellt ist. Das schont dann nicht nur Ressourcen, sondern senkt auch Kosten – ein Gewinn für alle Seiten. 

Nikolas Badminton, Futurist 

Wie gelingt ein Blick in Zukunft? Der britische Futurist Nikolas Badminton rät, sich der Kultur des Imaginierens zu bedienen und sich regelmäßig „Was, wenn …?“ zu fragen: Was, wenn CEOs nicht nur Menschen, sondern auch KI ‚leiten‘ müssen? Wenn China Wirtschaftsmacht Nr. 1 ist? Wenn in Subsahara-Afrika acht von zehn globalen Mega-Cities entstehen, weil dort das größte Bevölkerungswachstum der Welt herrscht? Der Zukunftsstratege fokussiert sich vor allem auf die Kreislaufwirtschaft und deren großes Potential: „Die Kreislaufwirtschaft tut tatsächlich der gesamten Wirtschaft gut“, sagt Badminton. Der Weg dorthin ist für ihn so zwingend, dass „wir in 20 Jahren gar nicht mehr von ‚Kreislaufwirtschaft‘ sprechen, sondern einfach nur noch von ‚Wirtschaft‘.“ 

Jennifer Zhu Scott, KI-Investorin und Unternehmerin

Die KI-Investorin und Unternehmerin Jennifer Zhu Scott verweist auf die starke Dynamik der Künstlichen Intelligenz. Noch nie war es so einfach, KI-Anwendungen zu entwickeln, zu kombinieren und umzusetzen. Eine einzelne Person kann komplette Geschäftsmodelle von der Idee bis zur Umsetzung realisieren; schnell, kostengünstig und hochgradig automatisiert. Menschliches Erfahrungswissen kann wie ein „zweites Gehirn“ gespeichert und weitergegeben werden, was Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend ändern könnte. Gleichzeitig sind die großen Fragen der KI-Wirtschaft zu klären: Rechenleistung, Energiebedarf und, damit verknüpft, nachhaltige Lösungen. Eine AGI (artificial general intelligence) – also eine KI, die ähnlich flexibel denken, lernen und Wissen anwenden kann wie der Mensch – hält Jennifer Zhu Scott allerdings für eine „menschenzentrierte Fantasie“, denn ihrer Ansicht nach „werden wir bald feststellen, dass menschliche Intelligenz lediglich eine besondere Ausprägung einer Intelligenz unter vielen anderen ist.“ 

Dr Katharina Hermann, Personal-Expertin

Vom „tiefgreifendsten Wandel der globalen Arbeitswelt in der modernen Geschichte“ spricht Personal-Expertin Dr. Katharina Hermann mit Blick auf die heutige Zeit. Demografische Verschiebungen, Technologiesprünge und Produktivitätsdruck veränderten die Belegschaften von Unternehmen grundlegend. Schon in näherer Zukunft dürften diese deutlich vielfältiger sein, bezüglich Herkunft, Alter und persönlichen Hintergründen. „Die Unternehmen, die im kommenden Jahrzehnt führend sein werden, sind diejenigen, die in Weiterbildung, Inklusion und Führung investieren“, so Hermann, die bis 2025 Vorstandsmitglied von Hubert Burda Media war. 

Jonathan Brill, Zukunftsforscher

Für den Zukunftsforscher Jonathan Brill entstehen in disruptiven Zeiten immer auch eins: Chancen. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, wie Unternehmen in Krisen gewachsen sind oder durch frisches Denken neue Märkte geschaffen haben. Entscheidend sei nicht, jedes Szenario vorhersehen zu wollen, sondern zu überlegen, was die direkte Folge einer Krise oder eines Umbruchs ist – also was im Anschluss kippen könnte. Oder wie er es formuliert: „Was ist der zweite Dominostein?“ Das funktioniere, weil viele Disruptionen ganz ähnliche Konsequenzen nach sich ziehen – etwa Störungen in Lieferketten. Strategische Innovation schafft hier die nötige Flexibilität, um das eigene Geschäft neu auszurichten.  

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